Schwitzende Füße sind für jeden von uns ein Begriff – vor allem die negativen Begleiterscheinungen wie ein unangenehmes Gefühl im Schuh oder die damit verbundene Geruchsentwicklung. Schlimmere Auswirkungen haben schwitzende Füße allerdings beim Sport, was zu einem „Hin- und Herrutschen“ im Schuh führt. Die Folge ist Blasenbildung und somit wird die sportliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Woher dieses Problem kommt und was dagegen getan werden kann, möchten wir in diesem Blogbeitrag erklären.

Zu Beginn jedoch erst einmal einige Fakten zum Thema Schwitzen. Die Haut ist das größte Organsystem des menschlichen Körpers und durchzogen von abertausenden Schweißdrüsen. Die Dichte dieser Drüsen ist an Händen und insbesondere an den Füßen am höchsten. Das können Sie ganz einfach im Selbstversuch beobachten: Tragen Sie einfach über einen längeren Zeitraum Latexhandschuhe, dann werden Sie schnell merken, dass Ihre Hände schwitzig werden, da die Poren an den Händen deutlich Feuchtigkeit absondern.

Allein die Fußsohle ist mit rund 370 ekkrinen Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter ausgestattet und hat damit eine noch höhere Dichte als die Handinnenflächen mit etwa 360 Drüsen pro Quadratzentimeter. Die Schweißdrüsen haben aber eine äußerst wichtige Aufgabe: Durch die Abgabe von Feuchtigkeit wird unser Körper vor Überhitzung geschützt, da Schweiß eine kühlende Wirkung hat. Darüber hinaus erhöht die Feuchtigkeit an Hand- und Fußflächen die Griffigkeit und Haftung an glatten Oberflächen, was wiederum beim Greifen oder Barfußgehen hilft.

Unter durchschnittlichen Temperatur- und Belastungsverhältnissen, also bei ca. 21°C, schwitzt ein Mensch sechs Liter innerhalb von 24 Stunden. Dabei werden alleine 250ml Feuchtigkeit von den Fußsohlen abgesondert, das bedeutet 10,4 ml Schweiß pro Stunde. Unter Belastung, also bei schwerer körperlicher Arbeit oder intensivem Sport, sieht das nochmal ganz anders aus. Hier beträgt die Menge an „herausgeschwitzer“ Feuchtigkeit mehr als das Doppelte – also bis zu 15 Liter pro Tag! Bezogen auf die Füße sprechen wir von 26 ml pro Stunde – also pro Fuß 13 ml pro Stunde. Da kommt beispielsweise bei einem Marathon von mehr als drei Stunden ein gut gefülltes Schnapsglas zusammen! Durch das „Einpacken“ unserer Füße in Schuhe, die meistens aus kaum atmungsaktiven Materialien bestehen, kommt es zur partiellen Überhitzung an unseren Füßen. Der Körper versucht durch die oben beschriebene Schweißbildung dagegen zu steuern und zu regulieren.

Aus diesen Gründen ist es immens wichtig, beim Schuhkauf darauf zu achten, dass der Fuß ausreichend Platz im Schuh hat und dass die verwendeten Materialien vor allem hochwertig und atmungsaktiv sind. Die Füße müssen „atmen“ können – und das ist nicht nur bildhaft gesprochen. Jedoch sieht die Realität leider etwas anders aus. Die meisten Schuhhersteller setzen aus Kostengründen oder Gewinnmaximierung auf weniger hochwertige und atmungsaktive Materialien. Hinzu kommen noch modische Aspekte, wie zum Beispiel im Zehenbereich spitz zulaufenden Schuhe, was den Füßen zusätzlich den notwendigen Raum nimmt.

In puncto Material wird immer wieder Echtleder als der Heilsbringer gegen Fußschweiß und für ein gutes Klima im Schuh genannt. Diese Ansicht ist auch korrekt, allerdings müssen wir ergänzen, dass wir in so einem Fall von hochwertigem und naturbelassenem Leder sprechen. Denn Leder ist nicht gleich Leder. Sehr häufig werden in Schuhen Lederarten eingesetzt, die unter schlimmsten Bedingungen in Schwellenländern oder der 3. Welt hergestellt werden. Es werden Billigleder hergestellt, in denen toxische Chemikalien eingelagert sind, die in die Haut des Trägers übergehen können und die für den menschlichen Organismus überaus schädlich sind. Unter diesen Ledern leiden also nicht nur die Menschen, die es herstellen oder die Umwelt in den Herstellungsländern, sondern auch die Menschen, die Schuhe tragen.

Gleiches gilt für Schuhe, die aus Synthetics gefertigt werden. Hier kommen leider sehr oft günstige und minderwertige Materialien zum Einsatz, die ebenfalls Schadstoffe in sich tragen – der Effekt ist der Gleiche. Schadstoffe aus dem Material können insbesondere beim Schwitzen in den menschlichen Organismus gelangen und dort Schäden verursachen.

Aber es gibt Alternativen: Vegetabil (pflanzlich) gegerbte, schadstoffgeprüfte Leder, die in Europa und bestenfalls in Deutschland nachhaltig hergestellt werden. Leder, bei denen schon die Rohware, sprich die Tierhaut, nachhaltig erzeugt wurde und das notwendige Augenmerk auf dem Tierwohl liegt. Leder, die mit einer unbehandelten, offenen Oberfläche eine natürliche Atmungsaktivität gewährleisten und dadurch in der Lage sind Fußfeuchtigkeit aufzunehmen und so für ein unvergleichliches Klima im Schuh sorgen.

Gleiches gilt für Synthetics und Textilien. Auch hier gibt es Alternativen, die unter strengen Auflagen hergestellt werden, schadstoffgeprüft und damit gesundheitlich unbedenklich sind. Gerade im Sportschuhbereich sollte man unbedingt darauf achten, denn wie oben erwähnt, schwitzen die Füße unter Belastung am stärksten und sind somit bei Höchstleistungen auch am empfindlichsten.

Diese Alternativen sind natürlich teurer als die Billiglösungen. Allerdings sollten immer zwei Aspekte beim Kauf von Schuhen im Vordergrund stehen: Zum einen die eigene Gesundheit und zum anderen die Verpflichtung gegenüber Mensch und Natur. Sehr oft sind es dabei jüngere, unbekannte Marken, die sich viel intensiver mit dem Thema gesunder ökologischer Alternativen und Nachhaltigkeit beschäftigen. Man sollte als Verbraucher diesem Thema immer kritisch gegenüberstehen und sich informieren.

Welche Alternativen es im Schuhbereich gibt und welche wirkungsvollen Ansätze es für besseres Fuß- und Schuhklima es gibt behandeln wir in unserem kommenden Blogbeitrag – bitte hier klicken.